Pflege-WG (Demenz)

Ambulant betreute Wohngemeinschaft (Demenz-WG)

Als wesentlicher Teil des Projektes soll eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Demenzkranke entstehen. Diese WG bietet Platz für 10 – 12 Mieter. Die Mieter verbringen Ihren Tag dort gemeinsam in einer großen Wohnküche, die viel Platz für gemeinsame Aktivitäten bietet. Um die Privatsphäre zu gewährleisten, können sich die Mieter in ihr eigenes Zimmer zurückziehen. Das Zimmer, aber auch der gemeinschaftliche Wohnraum ist mit alten vertrauten Möbeln und Gegenständen bestückt, welche die Mieter von zu Hause mitbringen. Die Mieter sind zum Teil betreuungsbedürftig, auch pflegebedürftig, zum Teil aber auch durchaus in der Lage, sich aktiv in die täglichen Arbeiten einzubringen.  Ziel ist, dass  die Mieter bis zu ihrem Lebensende in der WG bleiben.

Selbstbestimmt

Damit die Interessen der Mieter gewahrt werden und sie weiterhin ein selbstbestimmtes, ihren Bedürfnissen angepasstes Leben führen können, bilden die Angehörigen oder gesetzlichen Betreuer ein Gremium der Selbstbestimmung. Dieses Gremium entscheidet in wichtigen Angelegenheiten der Gemeinschaft  der  Mieter, erstellt mit Hilfe des Vermieters und der fachlichen Beratung ein Konzept und wählt den Pflegedienst und ggfs. andere Dienstleister für die Mieter aus. Anders als in einer stationären Einrichtung gestalten die Angehörigen zusammen mit dem selbst gewählten ambulanten Pflegedienst die Versorgung. Sie können bei der der Pflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung und der Alltagsbetreuung aktiv mitarbeiten, und so auch Geld sparen.

Mitten im Ort

Durch das lokale Wohnumfeld bleibt es bei der Integration in das Gemeindeleben. Die Mieter können weiterhin am Stadtgeschehen teilnehmen, Seniorennachmittage besuchen und in die Kirche gehen. Sie werden dabei von Angehörigen, Nachbarn, Bürgerinitiativen und Ehrenamtlichen unterstützt.

Kosten

Die Kosten für die ambulant betreute Wohngemeinschaft für Demenzkranke sind bei Vollversorgung erfahrungsgemäß so hoch wie für einen stationären Heimplatz. Im Unterschied zum Pflegeheim kann der Pflegedienst und andere Dienstleister (z.B. Reinigung) selbst gewählt werden und Angehörige können selbst noch „Pflegestunden“ kostensparend einbringen. Die individuellen „Pflegekosten“ können für jeden Mieter  je nach in Anspruch genommener Leistung, berechnet werden.  Nach dem politischen Grundsatz „ambulant vor stationär“ wurden die finanziellen Leistungen für die Pflegebedürftigen ab diesem Jahr erhöht.

Zur Finanzierung der Investitionskosten ist die Gründung einer örtlichen Genossenschaft geplant. So kann die Steuerung  im Ort bleiben.

Rechtssicherheit und Förderung

Durch die Neufassung des ehemaligen Heimgesetzes, dem „Gesetz zur Regelung der Pflege-, Betreuungs- und Wohnqualität im Alter und bei Behinderung (Pflege- und Wohnqualitätsgesetz – PfleWoqG) wurde Rechtssicherheit für diese ambulante Versorgungsform geschaffen.

Das Bayerische Sozialministerium fördert den Auf- und Ausbau alternativer ambulanter Wohn-, Pflege- und Betreuungsformen für ältere Menschen mit zunehmendem Pflege- und Hilfebedarf wie z.B. Betreutes Wohnen zu Hause sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften , die sich besonders auch für die Betreuung von Menschen mit Demenzerkrankung eignen.

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